Sprachpanscher/Sprachvorbilder der Region
Werbegemeinschaft Geisweid vermeidet Anglizismen
Bei der Werbegemeinschaft „Geisweid aktiv“ fällt wohlwollend auf, dass sie offensichtlich in ihrer Außendarstellung weitgehend auf Anglizismen verzichtet. Alle Mitglieder und Fachhändler der Geisweider Werbegemeinschaft haben deutschsprachige Geschäftsbezeichnungen. Am Aktionstag des 9. Septembers 2017 heißt es nicht „Heimat schoppen“, sondern „Hier lebe ich - hier kaufe ich ein.“
gefunden von Jürgen Franke M.A.
Werbung heiligt nicht falsches Deutsch
Die Sparkasse Siegen wirbt jetzt auf ihrer Internetseite mit dem Werbespruch „Wir leben die Region“. Mit diesem Spruch liegen sie auf dem gleichen sprachlichen Niveau wie „So geht Bank heute“ oder „So geht Technik“. In dem Werbespruch der Sparkasse wird einfach eine Präposition oder ein Verb weggelassen. Im einwandfreien Deutsch müsste es nämlich heißen: „Wir leben für die Region“ oder „Wir arbeiten für die Region“. Auf ihren Werbespruch angesprochen, argumentiert die Spartkasse Siegen, die Werbung rechtfertige auch schlechtes Deutsch, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Freunde der deutsches Sprache sind da bestimmt anderer Ansicht!
gefunden von Jürgen Franke M.A.
Heimat Sprachpanscher
Am zweiten Septemberwochende beteiligt sich die IHK Siegen an einer Werbekampagne für die Imagepflege des Einzelhandels. Eine lobenswerte Aktion gegen die vielen Internetkäufe, die den ortsansässigen Einzelhandelsgeschäften Umsatzeinbußen bringen. Weniger schön ist allerdings, dass zu dieser Kampagne Einkaufstüten mit der sprachpanscherischen Aufschrift „Ich bin Heimat Shopper“ herausgegeben werden, denn Heimatbewusstsein und überflüssige Anglizismen, wie shopping, shoppen oder shopper, passen nun gar nicht zusammen. Schade, dass die Aktion hier mangelndes Sprachgefühl für die deutsche Sprache erkennen lässt!
Schöner Name
Zum 1. September hat ein neuer Friseursalon in Geisweid mit dem schönen Namen Glückssträhne eröffnet. Zu dieser Namensgebung kann die VDS-Region 57 der Inhaberin und Friseurmeisterin Meral Cosar nur gratulieren, sieht man doch wie phantasievoll und treffend die deutsche Sprache sein kann.
gefunden von Jürgen Franke M.A.
Sprachlälles 2015
Das Modegeschäft Vero Moda in der City Galerie Siegen wird in diesem Jahr von der VDS-Region 57 zum Siegerländer „Sprachlälles 2015“ erklärt. Die Wiedereröffnung nach Umbau des Modegeschäftes am 10. September 2015 wird in einer Anzeige als „Reopening“ bezeichnet.
Quelle: Anzeige von Vero Moda
Aldi schreibt „Rauf auf's Rad“
Aldi Süd schreibt im Werbeprospekt gültig vom 30.04 bis 04.04.2015 „Rauf auf's Rad “. Nachdem ich die Aldi Süd Zentrale in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht habe, dass im Deutschen bei Präpositionen, wie für, an, auf usw., kein Apostroph gesetzt wird ( also: „Rauf aufs Rad“ ), erhalte ich die folgende Antwort:
Wir bedanken uns für Ihre Mittteilung und nehmen die Anregung gerne auf, um zukünfige Werbeaussagen noch genauer auf Anglizismen zu überprüfen.
Eine erfreuliche Mitteilung! Hoffen wir das Beste!
Jürgen Franke M.A.
Glanzlichter im Advent
Die Metzgerei Klaas & Pitsch in Freudenberg gibt ein Angebotsblatt, gültig vom 08.12. bis 13.12. 2014, heraus mit der Überschrift „Glanzlichter im Advent“. Es ist lobenswert, dass es mal nicht heißt „Highlights im Advent“.
gesehen von Jürgen Franke M.A.
Sprachpanscher im Möbelhaus

Ein Sprachpanscher ist derjenige, der zwei Sprachen unnötigerweise miteinander vermischt. Wird Deutsch und Englisch vermischt, so nennt man das neue Wortgebilde Denglisch. Das Siegener Möbelhaus Heinrich Bald gibt eine Kundenzeitung heraus mit der denglischen Bezeichnung „wohnnews“. Freunde der deutschen Sprache bekommen bei dieser Wortschöpfung eine Gänsehaut! Das Möbelhaus Heinrich Bald erhält daher von der VDS-Regionalgruppe 57 den Siegerländer „Sprachlälles 2014“ zuerkannt.
Quelle:Kundenzeitung Möbel H. Bald, Ausgabe Juli 2014
Kommunalpolitiker biedern sich mit Anglizismen bei Jugendlichen an

In Freudenberg bietet eine Arbeitsgruppe der Freudenberger Stadtjugendpflege und des Kreisjugendringes anlässlich der bevorstehenden Kommunalwahl ein „Speed datung in Fanny Hill“( Funny Hill = Freudenberg ) an. Kommunalpolitiker sollen in einer Veranstaltung reihum von den Jugendlichen befragt werden können. Eine an und für sich gute Idee! Aber die Veranstaltung mit einem englischen Titel zu versehen, kann nur so gesehen werden, dass man sich bei den Jugendlichen, die häufig viele Anglizismen verwenden, anbiedern will. Übrigens: „Speed dating“ ist ursprünglich eine Veranstaltung, um neue Flirt- und Beziehungspartner zu finden. Dazu dürften die Freudenberger Kommunalpolitiker wohl nicht taugen.
Quelle: Artikel in der Siegener Zeitung v. 10. April 2014
Geschlossen oder Closed

Finden Sie mal in der Siegener Unterstadt das Geschäft, an dem an der Eingangstür vor der morgendlichen Öffnung oder nach der abendlichen Schließung das Schild hängt: „Sorry, we're closed“. Wie viel Engländer oder Amerikaner werden wohl pro Tag oder Woche das Geschäft aufsuchen und die englische Beschriftung lesen? Wahrscheinlich wenige, wenn überhaupt welche. So kann man nicht seine Modernität, Weltoffenheit und Interantionalität demonstrieren. Allenfalls zeigt der Geschäftsinhaber seine sprachliche Unterwerfung unter dem Englischen und Amerikanischen.
So entdeckt am frühen Morgen von Jürgen Franke M.A., im Februar 2014
Anglizismus im Namen einer Apotheken-Werbebroschüre

Eine Apotheke in Hilchenbach bezeichnet jetzt ihre "spar dich gesund" Werbebroschüre „apo.take by Stahlberg Apotheke“. Die englische Bezeichnung soll Modernität vortäuschen. Was heißt „apo.take“ überhaupt ins Deutsche übersetzt? Der Name „Stahlberg-Apotheke“ sagt doch den Kunden viel mehr und passt besser nach Hilchenbach als dieser erfundene englische Quatsch. Oder?
Mitteilung eunes Hilchenbachers an Jürgen Franke M.A., 14. Oktober 2013
Siegerlandhalle ...live erleben!

Nicht nur lebende Personen, wie Schauspieler, Sänger, Fernsehmoderatoren, Politiker, Auslandkorespondenten und andere treten nicht nur direkt irgedndwo auf, nein, man kann sie live erleben. Neuerdings können sie sogar im Siegerland ein Gebäude, nämlich die Siegerlandhalle, live erleben. So nachzulesen auf dem Umschlag des Heftes für Veranstaltungen von Januar bis Juli 2013 in der Siegelandhalle.
Der unsinnige und inflationäre Gebrauch des im Deutschen überflüssigen Wortes live schreitet weiter voran.
gefunden von Jürgen Franke M.A., 12. Januar 2013
Bekenntnis zur deutschen Sprache

Das „Mode Haus Geisweid“ wirbt in der Siegener Zeitung vom 9. August für ihren Sommerschlussverkauf. Es ist bemerkenswert und mutig, dass das Modehaus ganz bewusst das deutsche Wort „Sommerschlussverkauf“ benutzt und sich in ihrer Anzeige ausdrücklich öffentlich dazu bekennt, dass es bei ihnen nicht „Sale“ heißt. Man kann nur wünschen, dass möglichst viele Geschäfte diesem Beispiel folgen und sich mit ihrer Werbung zur deutschen Muttersprache bekennen.
gefunden von Jürgen Franke M.A., 9.August 2012
Hut ab!

In Kreuztal-Kredenbach gibt es den Dieter Reuter Autodienst. Da wagt es doch ein hiesiger Unternehmer, seinen Kunden keinen Service, sondern sprachbewusst einen Dienst anzubieten. Hut ab vor soviel Liebe zur deutschen Sprache!
mitgeteilt von Rosemarie Weiß, Kredenbach, 23. 07. 2012
Imponier-Englisch bei Vorstellung des neuen VW up

Das VW-Kundenzentrum Walter Schneider veranstaltet am 3. Dezember 2011 eine NIGHTOFSYMPATHY, um den neuen VW up vorzustellen. Auf der Einladung werden folgende Attraktionen geboten: FASHION MEETS MUSIC, Fashion-Show, Live-Performance, und eine Aftershow mit DJ. Ob die jungen Leute, die man vor allem für den Kauf eines VW up gewinnen will, sich wohl von diesem Imponier-Englisch beeindrucken lassen?
Jürgen Franke M.A. 2011
Ein Wohnzimmer für die Öffentlichkeit

In einem leerstehenden Raum im Rathaus Geisweid zeigen Jugendliche bis zum 27. November 2011 mit welchen Aktivitäten sie ihre Freuzeit verbringen. Ohne Zweifel eine lobenswerte Initiative der Jugendlichen! Aber diesen Raum „Public Living Room“zu nennen, zeigt, das etwas nur englisch klingen muss, ohne sich der Bedeutung bewusst zu sein. Ein „öffentliches Wohnzimmer“ passt nun wirklich nicht als Bezeichnung für die Aktion der Jugendlichen.
gelesen im Siegerlandkurier vom 16. 10. 2011
Kalorienarmer Pflaumenkuchen auf Denglisch

Neulich wollte ich in einer Filiale der Bäckerei Schneider einige Stückchen Pflaumenkuchen kaufen. Dann sah ich jedoch das Werbeschild: Pflaumlights. Die Bäckerei Schneider wollte wohl mit dieser lächerlichen denglischen Bezeichung sagen, dass es sich dabei um einen leichten, kalorienarmen Pflaumenkuchen handelt. Ich habe den Pflaumenkuchen dann lieber doch nicht gekauft.
Jürgen Franke M.A. 2011
Konfirmanden mit Englisch für Jesus gewinnen?

In der CVJM Jugendbildungsstätte in Wilgersdorf fand jetzt eine Konfirmandenfreizeit unter dem Motto „Come follow Jesus“ statt. In einer „ PowerHour“ lernten die Konfirmanden biblische Geschichten kennen. Es wurden mehrere „Workshops“ veranstaltet, zum Beispiel mit der „KonfiCastle-Band“ und „lightpictures“. Wer sich von den Konfirmanden von den vielen Darbietungen etwas erholen wollte, konnte sich anschließend im „Open-Space“ etwas entspannen.
Mit Speck fängt man ja bekanntlich Mäuse. Ob die Kirche aber auf Kosten der deutschen Sprache junge Leute mit englischen Ausdrücken einfangen sollte, ist doch sehr zu hinterfragen? Nicht alle Mittel heiligen schließlich den Zweck!
(Quelle: Siegerlandkurier vom 13. März 2011)
Jürgen Franke M.A.2011
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Es gibt auch noch Karten

An der Konzertkasse Siegen gibt es erfreulicherweise auch noch „Karten“. In der „Siegener Zeitung“ vom 27. 09. 2010 wird ganzseitig für den Besuch kultureller Veranstaltungen in der nächsten Zeit geworben. Statt „Hier gibt's die Tickets!“ heißt es „Hier gibt's die Karten!“ Vorbestellungen kann man auch nicht an einem „Tickettelefon“, sondern an einem „Kartentelefon “ vornehmen. Mir scheint, hier hat die „Siegener Zeitung“ bewusst auf das englische Wort „Ticket“ verzichtet.
Jürgen Franke M.A. 2010
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Shopping Siegerland

Um den Einkauf im Siegerland durch das Internetz zu fördern, wurde dazu die Bezeichnung „Shopping Siegerland“ gewählt. Wieder ein überflüssiges englisches Wort, das deutsche Wörter verdrängt. Wie wäre es denn zum Beispiel mit dem Werbespruch „ Einkaufsland - Siegerland“ gewesen? Viele Anglizismen sind völlig entbehrlich und keine Bereicherung der deutschen Sprache, die Werbung und die Medien machen sie vielmehr aus reiner Anglomanie zum Totengräber deutscher Wörter.
Jürgen Franke M.A, 2010
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VCQ - all inclusive - freut sich auf dich!

Diese Einladung fand ich kürzlich in meinem Briefkasten. Das klang nach Club-Urlaub und weckte meine Neugier, denn meine Reiseplanung für dieses Jahr war noch nicht abgeschlossen.
„Einfach alles!“ wurde versprochen - ob Schnitt und Frisur, mit Strähnen, Farbe oder Tönung und Pflegekur für nur 49 Euro.
Welch eine Enttäuschung! Hinter VCQ verbarg sich kein Reiseveranstalter, sondern ein Frisiersalon mit Namen „Visibel Change Quick“ und passte nahtlos in die Reihe der Siegerländer Hairdresser, wie Hairkilling, Hairstyling, Hair Express, Hairforcce oder Beauty Salon.
Nun wurde es mir wirklich Angst und Bange - reichen meine Englischkenntnisse für meine Wunschfrisur aus? Vielleicht sollte ich vorher einen Intensivkurs bei der VHS belegen. Doch dann fiel mein Blick auf ANJAS HAARSTÜBCHEN, auf das Lädchen VerLOCKENd, die HAARWELT und sogar auf einen HAAREM. Aber auch die SCHNITTSTELLE am SCHNITTPUNKT zum Friseursalon ZUM LÖCKCHEN brachte meine Welt wieder in Ordnung.
Ich muss also doch nicht für den Rest meines Lebens als Wischmopp durch Siegen laufen.
Gisela Wojciechowski, 2010
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Verwaltung des Kreises Olpe will verständliche Sprache sprechen

Ein Projekt, das dem Kreistag in Olpe durch den Landrat Beckehoff vorgestellt wurde, lautet "Verständliche Sprache - auch in der Verwaltung". Ziel ist es, im mündlichen und schriftlichen Umgang mit den Bürgern eine Verwaltungssprache zu benutzen, die sich um übersichtliche Sätze bemüht, auf Anglizismen und Fachbegriffe verzichtet und Bandwurmwörter vermeidet.
Da kann man nur sagen: Bravo! Hoffentlich folgen noch mehr Verwaltungen diesem guten Beispiel!
Jürgen Franke M.A., 2010
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Offener Brief von Herrn Prof. Walter Krämer, VDS-Vorsitzender


Herrn
Univ.-Professor Dr. Holger Burckhard
Rektor der Universität Siegen
Herrengarten

57068 Siegen

Dortmund, im November 2009
Kr/A

Englische Namen für Ihre neuen Fakultäten

Magnifizenz, verehrter Herr Kollege Burckhard,

über die lokale Presse habe ich von den geplanten englischen Namen für die neuen Fakultäten der Universität Siegen erfahren. Als Vorsitzender des inzwischen 33.000 Mitglieder starken Vereins Deutsche Sprache e.V. und Hochschullehrer mit langjähriger Auslandserfahrung, speziell im angelsächsischen Ausland, möchte ich Sie ganz eindringlich bitten, von dieser Namensgebung Abstand zunehmen. Diese wird nämlich im Ausland keineswegs als das von Ihnen vermutlich beabsichtigte Zeichen von Weltoffenheit und Progessivität, sondern eher als Symptom von Unterwürfigkeit und Zweitklassigkeit gesehen. Die Londoner Times hat dazu einmal das Wort von der „linguistic submissiveness“ der Deutschen geprägt.

Ein weltoffener Gastgeber kann nur sein,wer stolz auf seine eigenen Leistungen ist. Genau die aber stellen Sie mit Ihrer Flucht aus der deutschen Sprache in Frage; speziell meine ausländischen Freunde sehen darin daher auch genau das, was es ist, eine unübersehbare Mißachtung der eigenen Heimat und Kultur. Sie täten sich, der Universität Siegen und der deutschen Hochschullandschaft allgemein einen großen Gefallen, von diesem Vorhaben abzulassen.

Mit besorgten kollegialen Grüßen

Professor Dr. Walter Krämer


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An einem Kaffee in Siegen-Weidenau steht einladend: „Coffee to go oder to bleib“. Fragt sich, ist dies eine besonders krasse Vermischung von Englisch und Deutsch oder will sich der Besitzer des Kaffees nur über Denglisch lustig machen?
Jürgen Franke M.A., 2009
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Seit Jahren gibt es in Wilnsdorf eine Kaffeebar mit dem schönen Namen „vernasch.bar “. Prima, dachte ich, endlich mal wieder ein origineller Name für eine Konditorei. Doch dann - oh weh - fiel mein Blick auf den Kopf einer Anzeige dieser Konditorei, der sich so las:
vernasch.bar
coffee bar - konditorei - confiserie
by Confiserie Heimann

Also doch ein Sprachdormel, oder?
Gisela Wojciechowski, 2008
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In den Filialen der Bäckerei Hesse heißt es nicht „Coffee to go“, sondern „Kaffee auch zum Mitnehmen“.
Bravo, dass man den Anglizismen-Quatsch nicht mitmacht!
Jürgen Franke M.A., 2008
positv (1K)
Am 19. Oktober fand der „Kreuztaler Wohlfühlmarkt“ statt. Ein Lob für die Kreuztaler Veranstalter, die für ihren Markt auf das Wort „Wellness“ verzichtet haben.
Jürgen Franke M.A., 2008
negativ (1K)
In unserer Region gibt es eine Ladenkette, die sich „Matratzen Outlet“ nennt. Ob das die meisten Deutschen wohl verstehen, die mit dieser Geschäftsbezeichnung als Kunden geworben werden sollen? Jedenfalls konnten es mir die Personen, die von mir nach der Bedeutung von „Outlet“ gefragt wurden, nicht befriedigend erklären. Die meisten antworteten nur damit, dass man hier etwas billiger bekommt. Die Verwendung des englichen Ausdrücke „outlet“ oder „factory outlet“ in der Werbung verdrängen die für den deutschen Kunden klareren Bezeichnungen „Werksverkauf, Direktverkauf oder Fabrikverkauf“, die die Umgehung des Zwischenhandels signalisieren und ehr einen Preisnachlass erwarten lassen.
Jürgen Franke M.A., 2008
negativ (1K)
An der Eingangstür eines Reisebüros in Wilnsdorf las ich das Schild open. Ich betrat das Reisebüro und fragte zwei dort sitzende Reiseverkäuferinnen, ob dies hier ein Reisebüro für Engländer sei. Sprachlos mit großen Augen sahen sie mich eine Weile an, bis eine der Damen fragte „Warum?“ Ich antwortete: „Weil an ihrer Eingangstür open statt geöffnet steht“.
Jürgen Franke M.A., 2008
Westfalenpost vom 10. Juli 2007
Offener Brief zu „Rock im Bruch“ von Wolfgang Suttner
In seinem offenen Brief lobt der Kulturreferent des Kreises Siegen-Wittgenstein, Wolfgang Suttner, in einer Nachbetrachtung zu „Rock im Bruch“ das mutige und großartige Engagement aller Beteiligten. Dem schließen wir und ausdrücklich an.
Noch überzeugnder wäre dieses Lob ausgefallen, wenn sich der Kulturreferent, der im übrigen auch für das Kulturgut Sprache verantwortlich sein sollte, in seiner Muttersprache ausgedrückt hätte. Er zeigt sich beeindrückt von der gewaltigen „location“. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang völlig falsch ist, denn als location bezeichnet man im Englischen einen „Ort für Außen-Filmaufnahmen“. Im Schlußsatz gratuliert Suttner wieder auf Englisch, ohne allerdings diese Sprache zu beherrschen: „Rock on the rocks was on the top!“ Richtig muß es heißen:...at the top! Denn „Rock im Bruch“ war Spitze!
Was man von Suttners offenem Brief nicht sagen kann.
Wolfram Martin, 2007
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huebbelbummler (22K)
Dieser herrliche Oldtimer mit dem Namen „Hübbelbummler“ bringt für 1 Euro Fahrgäste vom Bahnhof Siegen auf den „Hübbel“ in die Oberstadt. Auf der Fahrt erblicken wir an vielen Geschäften englische Werbeinschriften, wie Sale oder Call Center. „Hübbelbummler“, das versteht wenigsten jeder Siegerländer.
Wolfgang Graf von Königsmarck, 2007
negativ (1K)
Aus der Firma Geflügel Reifenrath GmbH wurde jetzt „Grill 4 You GmbH“. Bei dieser denglischen Blähsprache schmeckt den Freunden der deutschen Sprache das Hähnchen ja nicht mehr. Aber es gibt ja auch noch andere Firmen, die an ihren Verkaufswagen gebratene Hähnchen anbieten.
Jürgen Franke, M.A., 2007
positiv (1K)
In Neunkirchen-Salchendorf wurde das Frisörgeschäft „Salon zum Löckchen“neu eröffnet. Wir gratulieren zu dem originellen deutschen Geschäftsnamen.
Jürgen Franke, M.A., 2007
positiv (1K)
Im Christlichen Jugenddorf Olpe nennt sich eine Gruppe von Auszubildenden im Frisör-Handwerk: Haar2O. Eine einfallsreiche sprachliche Analogie zwischen dem Wort Haar und der gesprochenen chemischen Formel für Wasser!
Jürgen Franke, M.A., 2007
negativ (1K)
An der Universität Siegen erscheint eine studentische Hochschulzeitung namens FOOL ON THE HILL. Wie treffend! Die Redaktion auf dem Universitätshügel muss wirklich Narren haben, die eine deutschsprachige Studentenzeitung mit einem englischen Titel versehen.
Jürgen Franke, M.A., 2007
negativ (1K)
In Freudenberg auf der Wilhelmshöhe eröffnete unlängst ein Fahrradgeschäft, das sich bicycles & more nennt. Weniger Englisch wäre mehr gewesen!
Jürgen Franke, M.A., 2007
negativ (1K)
In NRW bahnt sich ein neuer, widerlicher Sprachmißbrauch an.
Minister Eckhard Uhlenberg (Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) hat der Westfalenpost zufolge eine Aktion oder ein Projekt ins Leben gerufen, das Grundschulkindern den Umgang mit Geld nahebringen soll. Sehr gut!
Der Name dieses Projektes allerdings verursacht Brechreiz: Money & Kids - Kurzform: Moki -. Tut mir leid, Herr Minister, das klingt irgendwie nach Kinderprostitution.
Und, bitte, Herr Minister, dient der Schutz der deutschen Sprache nicht auch dem Verbraucher? Oder sollten wir besser fragen: Wer schütz den Verbraucher vor solchen Ministern?
Minister Uhlenberg ist wie folgt zu erreichen:
Schwannstr. 3
40476 Düsseldorf
Wolfram Martin, 2006
2006
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Michael Jungblut - von 1986 bis 2002 WISO-Redakteur beim ZDF - wettert in Blickpunkt Wirtschaft 6/2006 gegen die denglischen Sprücheklopfer und erklärt, wie die Werbung uns mit ach so tollen Slogans für dumm verkauft.
Bravo, Herr Jungblut!
Wolfram Martin, 2006
negativ (1K)
Am Sitz des VDS, in Dortmund, findet im Januar 2007 eine Messe zum Thema Wald und Holz statt: Wood Life!
Obwohl uns - regional betrachtet - das ja nichts angeht, fühlen wir uns angegriffen: Wald, Holz, natürlicher Rohstoff: Alle Wood Life?
Ideengeber hierfür scheint Prof. Dr. Andreas Schulte vom Waldzentrum der Uni Münster zu sein.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Professor!
Wolfram Martin, 2006
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Landrat Paul Breuer...
...will deutsche Volkslieder in den Schulen und Chören der Region mittels eines Preises unterstützen.
Auch deutsche Volkslieder, so sein Credo, fördern die deutsche Sprache und tragen zur Integration bei.
Wolfram Martin, 2006
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InnU-News-Radar
Ja, sind wir denn jetzt alle bescheuert? Mit dem InnU-News-Radar präsentiert die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) einen "Newsletter", der über die Themen Innovation und Umwelt informiert.
Was sagt uns dieses Wortungeheuer? Inn? U? News = Nachrichten, Neuigkeiten! Radar = Radio Detection and Ranging = dtsch: Ortung von Gegenständen mithilfe gebündelter elektromagnetischer Wellen!
Na, wenn das keine Anwärterschaft auf den Sprachdormel 2006 ist!
Wolfram Martin
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Frau Trautl Irgang aus Siegen...
...eine fast 80-jährige dichtende Dame hat sich erfolgreich bei der Siegener Zeitung dafür eingesetzt, daß
KIDS durch Kinder ersetzt werden

Danke, Frau Irgang, weiter so!
Wolfram Martin
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Falke KG in Schmallenberg Mitglied im VDS WortReich 57
Das ist doch mal eine gute Nachricht oder, wie man im VDS so gerne sagt, ein LICHTBLICK!
Wolfram Martin
negativ (1K)
Diese Preise toppt keiner...
...behauptet Honda-Händler Büdenbender aus Siegen,Weidenauer Straße, in einer Anzeige. Wir vermuten, daß Herr Büdenbender uns sagen will, daß diese Preise niemand UNTERbietet, denn überbieten, übersteigen, übertreffen, also "toppen", kann ja jeder.
So kann es gehen, wenn man unbedingt Anglizismen verwenden will, ohne zu hinterfragen, was sie bedeuten...
Wolfram Martin
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Itz kaa ich werrer läse!
So wirbt und berät Ihr Spezialist für Lesehilfen, Brillen Fuchs, in der Siegener Oberstadt. Natürlich auch hochdeutsch. Wir sind begeistert und überlegen, ob wir nicht eine neue Brille bräuchten...
Wolfram Martin
negativ (1K)
sHs com tk und it
Siegen, Bahnhofstraße, eine neue Firma. Wir verstehen nur Bahnhof und haben uns dieses Themas angenommen.
Mehr dazu unter "Worte".
Wolfram Martin
negativ (1K)
In der Nähe der schönen Stadt Graz gibt es einen Safe Schuppen, das ist der Schuppen an der Safe. Die Polit-Grünen werben in NRW um unsere Stimme mit
Safer Shoppen
Warum sollen wir diesen Parteigrünen abnehmen, daß sie um unser Wohl besorgt sind, da sie uns andererseits mit der Muttersprache über den Tisch ziehen?
Die Sprache diene der Verständigung - richtig!
Und das Wort sei präzise - genau!
Und die Polit-Grünen? Vage, schwammig, wässrig, pampig, unverständlich, mißverständlich: Setzen - Sechs!
Wolfram Martin
positiv (1K)
Doas Läwwerblimche...
...heißt die Geschichte, mit der Nico Hackler aus der Klasse 5b der Städt. Hauptschule Bad Laasphe den Vorentscheid im Mundartwettbewerb gewann. Er, wie Tim Bernshausen, Andre Wust und Annina Frank nehmen am 6. Juni an der Endausscheidung in Müsen teil.
Da sage noch einer, die Jugend interessiere sich nicht für Mundart!
Wolfram Martin
negativ (1K)
In gleicher Zeitungsbeilage wirbt Annette Dreisbach aus Erndtebrück-Birkelbach für ihren Partyservice mit: „Light Life Catering“ Da gehen bei uns doch alle Lichter aus - oder an?
Wolfram Martin
positiv (1K)
Helene Lang aus Siegen, Friedrichstr. 135, hat sich für ihr Langhaarstudio etwas besonders Nettes ausgedacht: „HAARlekin“ Wenn wir noch längere Haare und mehr davon hätten, würden wir sie glatt besuchen...
Wolfram Martin
2004
positiv (1K)
Die beiden Hebammen Astrid Bihlmayer und Eva Schulz eröffnen am 1. Dezember 2004 in der Bahnhofstraße in Siegen die Hebammenpraxis „Lichtblick“. Na, das ist doch mal sprachliches Glanzlicht! Möge es doch möglichst viele solcher Lichtblicke geben...
Wolfram Martin
positiv (1K)
Werbeagenturen gelten gemeinhin als DIE Sprachpanscher schlechthin. In 56457 Westerburg geht ein junges Unternehmen (mit Hans Breiden) neue Wege: „Die Aufmerksamkeitsfabrik“ heißt die Werbefirma mit dem Ziel, sich mit der deutschen Sprache auf dem Weltmarkt zu behaupten. Wir wünschen viel Erfolg!
Wolfram Martin
positiv (1K)
Elke Müller aus Bad Berleburg-Wunderthausen nennt ihr Kosmetik-Studio „Kosmetik hautnah“. Der Name pfiffig, griffig, deutsch!.
Wolfram Martin
...wird fortgesetzt...