Worte
Unternehmen betätigt sich als Sprachverhunzer
Neulich lag eine Hauswurfsendung des Drogeriemarktes Rossmann in meinem Briefkasten. In der Werbung hieß es: „I love Sommergefühl - Ich fühl mich Sommer“. Erfreulicherweise haben sie ja Summerfeeling durch das deutsche Wort Sommergefühl ersetzt. Aber bei dem Ausdruck „Ich fühl mich Sommer“ müsste jeder Freund der deutschen Sprache eine Gänsehaut bekommen, denn nach dem Verb fühlen sollte ein Adjektiv folgen. Also zum Beispiel: Ich fühl mich im Sommer gut. Werbung rechtfertigt nicht die Verstümmelung der deutschen Sprache. Bei solchen Sprachverhunzern sollte man grundsätzlich nichts kaufen.
aufgelesen von Jürgen Franke M.A., 30. 05. 2017
Wahlbenachrichtigung in Schleswig-Holstein erzeugt Kritik und Spott
Die Wahlbenachrichtungen zur Landtagswahl 2017 in Schleswig-Holstein wurden in vielen Zeitungen und in vielen Leserbriefen heftig kritisiert. Losgetreten hat der Verein Deutsche Sprache e.V. die Lawine der Empörung über die sprachverhunzenden Formulierungen der Wahlbenachrichtigungen. Das berechtigte Anliegen leseschwacher Wähler wird darin zum Gespött gemacht: Im Text der Benachrichtigung schreibt man „Land-Tag, Wahl-Tag, Stimm-Zettel, Hilfs-Mittel, Brief-Wahl-Unterlagen, Post-Leit-Zahl, Familien-Name, Vor-Name.“ Auch der Sinn derart geschriebener Bindestrichwörter wird z.T. verfälscht, z.B. ist ein Land-Tag ein Tag auf dem Lande oder ein Wahl-Tag ein frei zu wählender Tag. Ich hoffe, dass das Landeswahlamt in Schleswig-Holstein nicht zum Landes-Wahl-Amt wird und sich die Bürger damit ein Amt in einem anderen Land wählen können.
aufgelesen von Jürgen Franke M.A., 04. 05. 2017
Anglizismus des Jahres 2016
Die Jury um den Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch hat den Begriff „Fake News“ zum Anglizismus des Jahres 2016 erklärt. „Fake News“ habe sich seit November 2016 als Begriff für Falschmeldungen durchgesetzt und bereichere als Anglizismus den Wortschatz der deutschen Sprache.

Bei dieser Begründung müssen sich natürlich Freunde der deutschen Sprache fragen, ob der deutsche Wortschatz mit „Fake News“ erweitert wird, wenn es bereits das deutsche Wort „Falschmeldungen“ gibt? Damit wird der englische Begriff „Fake News“ nur etwas für Liebhaber von Anglizismen.
aufgelesen in der SZ vom 1. Februar 2017
Glückliches Ende
In Hamburg fand Ende 2016 eine Messe für das Bestattergewerbe statt. Die Messe lief unter dem Namen „Happy End“. Die Bestatter scheinen einen Hang zur englischen Sprache zu haben, nannten sie doch schon vor Jahren ihre Berufsbezeichnung mit „Funeral Master“. Todsicher wird das Lebensende meist nicht als „Happy End“ erlebt, so wie es die Bestatter mit ihrer Messe suggerieren wollten.
aufgelesen von Jürgen Franke M.A., 07. 12. 2016
Der Unsinn mit der Gender-Sprache
An der Universität Siegen führt man ( bzw. frau ) jetzt die Gender-Sprache ein. Statt Studenten gibt es nur noch den Begriff Studierende. Das Studentenwerk wird umbenannt in Studierendenwerk. Um den Unsinn mit diesen Gender-Wörtern deutlich zu machen, braucht man nur gleiches Recht für alle sprachliche Bereiche fordern: Es gibt dann die Berufsbezeichnung Handwerker nicht mehr, sondern es heißt dann Handwerkende, oder für Bäcker Backende, für Dachdecker Dachdeckende u.s.w. Schwierig wird es bei manchen Berufsbezeichnungen: Was sagt man dann zu Metzger oder zu Kfz.-Mechaniker? Spätestens bei diesen Berufen merkt man, dass hier sprachliche Schildbürger, oder etwa Schildbürgernde, am Werke sind. Was die Gender-Sprache betrifft, so sind ja Engländerinnen benachteiligt: Ob männlich oder weiblich, so bleibt bei ihnen z.B. ein Teacher immer ein Teacher. Die armen Engländerinnen!
Jürgen Franke M.A., 22.10.2015
Waren mit englischer Bezeichnung bei Aldi
Aldi benennt seine Waren häufig mit englischen Bezeichnungen, um damit bei den Kunden Modernität vorzutäuschen. Hier einige Beispiele aus dem Werbeprospekt von Aldi-Süd vom 24.03. bis 29. 03. 2014: Colour Watch, Sneaker, Basic Slips, Clean Solution, Brunchy, Homewear, Webboxer. Wenn diese Waren nicht im Bild zu sehen wären, wüssten sicherlich viele Kunden nicht, um was es sich handelt. Übrigens: Slips bedeuten in der englischen Sprache Unterröcke ! Also Vorsicht verehrte Damen: Sollte Sie sich mal in England aufhalten und Slips wie bei Aldi kaufen wollen, so fragen Sie lieber nach pants oder panties und nicht nach Slips. Übrigens: Mit „slip“ bezeichnet man im Englischen auch einen Ausrutscher.
aufgelesen von Jürgen Franke M.A.
Unerhört: Sender bringen keine deutschsprachigen Musiktitel mehr
Die Sender Radio Bremen und NDR wollen in ihrem neuen Programm keine Musiktitel mehr mit deutschen Texten ausstrahlen. Ihre Begründung dafür lautet, dass ihre „weltoffenen“ Hörer, die sich für Kunst und Politik interessieren, keine deutschsprachigen Musiktitel mehr hören möchten. Dieses Vorhaben der Sender kann nur als unerhört bezeichnet werden! Viele Hörer und deutschsprachige Sänger und Musikergruppen haben bereits gegen das neue Programm der beiden Sender protestiert. In Frankreich, Spanien, Italien oder in einem anderen europäischen Land würde kein Radiosender es wagen, völlig auf Musik in der Landessprache zu verzichten. Was ist nur in Deutschland los, in dem alles Mögliche unter Schutz gestellt wird, nur nicht die deutsche Sprache?
Quelle: FOKUSMEDIEN 8/2014
Protestieren Sie bei Radio Bremen und NDR gegen die Abschaffung deutscher Musiktexte!
Radio Bremen, e-Post: bremeneins@radiobremen.de
NDR-Norddeutscher Rundfunk, e-Post: info@ndr.de
Verteidigungsministerin von der Leyen (CDU) will mit Englisch glänzen
Auf der kürzlich in Deutshland stattgefundenen internationalen Sicherheitskonferenz hielt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ( CDU ) ihre Rede auf Englisch. Den Rednern ist laut Auskunft der Konferenzveranstalter die Sprachwahl freigestellt. Simultandolmetscher waren auf der Konferenz vorhanden. Wenn Frau Ursula von der Leyen dennoch Englisch sprach, so muss man annehmen, dass sie nur mit ihren Englischkenntnissen glänzen wollte. Wie können wir für die deutsche Sprache werben, z.B. bei uns im Inland oder bei der EU-Kommission in Brüssel, wenn deutsche Politiker dort Englisch sprechen, wo es nicht nötig ist? Frau Ursula von der Leyen sollte ihr Amt als Verteidigungsministerin nicht zur Spielwiese für ihre Englischkenntnisse machen.
vergleiche www.merkur-online.de vom 5. Februar 2014
Postbank gibt schlechtes Beispiel
Die Postbank macht für sich Werbung mit den Worten „günstich und freudich“. Kinder und Jugendliche, die noch in der Schule eine richtige Rechtschreibung lernen sollen, müssen doch durch die falsche Schreibweise „günstich und freudich“ total verunsichert werden. Originell ist diese Werbung keineswegs. Aber das ist ja der Postbank egal. Hauptsache sie erregt mit einer falschen Schreibweise in ihrer Werbung Aufmerksamkeit.
mitgeteilt von Manfred Weiss aus Kreuztal
Worte 2013
Geht es auch auf Deutsch Frau Göring-Eckardt?
Frau Göring-Eckardt von der Partei der Grünen tritt dafür ein, dass der deutsche Bürger einen fleischlosen Tag pro Woche einlegt. Diesen Tag nennt sie einen „Veggie Day“. Ein deutscher Name ist ihr wohl für diesen Tag nicht (mehr) eingefallen! Sich mit englischen Benennungen wichtig zu tun, scheint auch Frau Göring-Eckardt zu lieben. Will sie jetzt etwa in die Fußstapfen von Frau Andrea Nahles, der Generalsekretärin der SPD, treten, die keine Gelegenheit verpasst, sich mit englisch-amerikanischen Begriffen zu schmücken. Frisch zurück aus Amerika, sprach sie vom „Obama-Headquarter“, die SPD-Wahlkampfhelfer nannte sie „Campaigner“ und die Wahlkampfgeschenke waren für sie „Give-Aways“.

Wie wäre es übrigens, wenn wir nicht nur aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen einen vegetarischen Tag in der Woche einlegten, sondern auch einen Tag, ohne überflüssige Anglizismen in unserer Sprache zu benutzen?
Natürlich alles auf freiwilliger Basis!
aufgelesen von Jürgen Franke M.A.
Sale, Sale, Sale
Viele Geschäfte werben für den Verkauf ihrer preisreduzierten Waren großflächig mit dem Wort „Sale“. Dabei hat dieses Wort in drei Sprachen drei verschiedene Bedeutungen. Für Engländer oder Amerikaner heißt „sale“ unter anderem soviel wie Verkauf, Ausverkauf, Schlussverkauf. Der Italiener versteht unter „sale“ das, was wir im Deutschen mit Salz bezeichnen. „sale“ bedeutet dagegen im Französichen schmutzig. Bietet ein Geschäft, das mit „Sale“ wirbt nun preisreduzierte ( engl. ) oder verschmutzte ( frz.) Ware an, oder wird hier etwa Salz ( itl.) verkauft? Um jeden Zweifel auszuschließen und nicht ins Lächerliche zu geraten, sollten wir in Deutschland für unsere überwiegend deutschen Kunden bei der deutschen Sprache bleiben.
Jürgen Franke M.A.
Verstümmelung der deutschen Sprache
Neulich sprach in einer Fernseh - Diskussionsrunde jemand den „Satz“: Steinbrück kann Kanzler. Oder in einer Autowerbung hieß es: Der Hersteller XY kann Auto. Solche Phrasen sind verstümmelte Sätze. Das Wort „kann“ ist nämlich ein Modalverb, d.h. „kann“ erfordert im Deutschen zur Satzergänzung ein Hilfsverb, z.B. werden, oder ein Vollverb, z.B. bewerben. Also: Steinbrück kann Kanzler werden oder: Steinbrück kann sich als Kanzler bewerben. Im Falle der Autowerbung müsste es sinngemäß heißen: Der Hersteller XY kann gute Autos bauen. Leider führen solche und ähnliche Phrasen dazu, dass sie von manchen Menschen, die kein Gefühl für ihre deutsche Muttersprache haben, gedankenlos nachgeplappert werden.
Jürgen Franke M.A.
Worte 2012
Bildung und Sprache
Zitat von Hans Zehetmair, Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung, in Bild.de vom 21. 12. 2012:
„Es hat nichts mit einem höheren Bildungsgrad zu tun, wenn man Wörter auf Englisch sagt, die man ebenso auch auf Deutsch formulieren könnte.“
Man könnte hinzufügen: Den sprachgebildeten Menschen erkennt man daran, wie er sich in seiner Muttersprache verständlich ohne Verwendung überflüssiger Anglizismen ausdrücken kann.
So gefunden von Jürgen Franke M.A.
Entschuldigung für schlechtes Englisch
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bekennt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 22. 12. 2012:
„Mir tut jeder leid, der mein Englisch ertragen muss. Aber schlecht gesprochenes Englisch ist schließlich eine der am meisten gesprochenen Sprachen der Welt.“
Viele, die sich mit ihrem schlechten Englisch und denglischen Sätzen wichtig tun, haben leider diese Erkenntnis Schäubles nicht.
So gefunden von Jürgen Franke M.A.
Handelskette Rewe mit einem neuen Konzeptladen
Rewe hat in Düsseldorf einen neuen Konzeptladen „Rewe to go“ eröffnet. Diese Bezeichnung ist nicht nur ein Anglizismus, sondern auch noch inhaltlich falsch, denn Rewe kann man nicht mitnehmen. Vielmehr werden Lebensmittel zum Sofortverzehr verkauft, also zum Beispiel Verpflegung für unterwegs, wie Süßwaren, Gebäck, belegte Brote und Brötchen, Obst und Salate, Heiß- und Erfrischungsgetränke. Rewe tritt damit in Konkurrenz zu Bäckereien und Imbissketten.
gelesen in der WR vom 15. 02. 2012 von Hubert Bald
Der Unsinn mit dem Apostroph
Vor einiger Zeit sah ich in Werbeanzeigen folgende Schreibweisen:
Etwas auf's Neue planen. Sonntags in's Grüne fahren. Für's Alter vorsorgen.
Das Setzen eines Apostrophs ist in diesen Fällen nach den deutschen Rechtschreibregeln falsch. Das Auslassen eines Buchstaben oder mehrerer wird in der deutschen Schreibweise zwar durch einen Apostroph gekennzeichnet, aber dies gilt nicht bei Präpositionen, wie z.B. auf, in, für, an, durch. Richtig schreibt man:
Etwas aufs Neue planen. Sonntags ins Grüne fahren. Fürs Alter vorsorgen.
Nicht genug, dass man immer mehr im Deutschen den sächsischen Genitiv schreibt, z.B. Schneider's Bäckerei statt Schneiders Bäckerei. Jezt verwendet man auch noch bei den Präpositionen vor lauter Englischmanie einen Apostroph.
Jürgen Franke M.A.
Zitat aus der Rede von Bundeskanzlerin Angelika Merkel bei der Eröffnung der Hannover Messe
...Meine Damen und Herren, das Leitthema hier heißt „greentelligence“. - Wir müssen aufpassen, dass die deutschen Erfindungen auch noch im deutschen Wortschatz auftauchen, sonst können wir bald jede Erfindung nur noch auf Englisch beschreiben. Das ist nicht schlecht, aber ich finde auch, so schlecht ist unsere Sprache eigentlich nicht. Unsere Vorgänger haben es auch geschafft, alles noch mit einem deutschen Namen zu belegen...
( gefunden bei www.bundesregierung.de )
Neudeutsch gibt es nicht
Oft hören wir, dass jemand, der englische Ausdrücke verwendet, sie wie entschuldigend als Neudeutsch bezeichnet. Neudeutsch im Sinne einer neuen deutschen Sprache gibt es nicht. Anglizismen in deutsche Sätze einfließen zu lassen, schafft keine neue Sprache. Deutsch bleibt Deutsch und Englisch bleibt Englisch. Die Vermischung von beiden Sprachen wird allenfalls zu einem einfallslosen Dummdeutsch oder Denglisch und nicht zu Neudeutsch. Sprachwandel innerhalb der eigenen Muttersprache erfordert Kreativität und nicht nur die gedankenlose Übernahme von Begriffen aus einer anderen Sprache. Die deutsche Sprache kann nicht durch den Einbau von Anglizismen neu erfunden werden. Machen wir uns doch die Mühe, für neue Dinge in unserer modernen Welt auch neue deutsche Namen zu kreieren.
Jürgen Franke M.A.
Bayerische Realschüler lernen vermehrt zweisprachig
„Biologie, Geschichte, Erdkunde sind eigentlich gewöhnliche Unterrichtsfächer,die aber an mehr als 90 Realschulen in Bayern auf Englisch unterrichtet werden. Das bringe junge Menschen in ihrer Fremdsprachenkompetenz voran, teilte das Bayerische Kultusministerium am Dienstag in München mit...“ ( Quelle: München, dpa/lby )

Zu diesem Modellvesuch sollten folgende Fragen gestellt und beantwortet werden:

1. Welche englische Sprachkompetenz haben die Lehrkräfte, die Biologie, Geschichte und Erdkunde in englischer Sprache an Realschulen unterrichten?

2. Handelt es sich bei den Lehrkräften um englische Muttersprachler oder um Englischlehrer, so dass das Fachwissen sprachlich und fachlich anschaulich und lebendig vermittelt werden kann?

3. Wird das Fachwissen der Schüler und Schülerinnen, die einen in Englisch abgehaltenen Unterricht in Biologie, Geschichte und Erdkunde erhalten, am Ende geringer sein? Findet hierzu eine Vergleichsuntersuchung mit den Klassen statt, die in diesen Fächern auf Deutsch unterrichtet wurden?

4. Welche Meinung haben die Fachdidaktiker für Biologie, Geschichte und Erdkunde dazu, wenn ihre Fächer zur Verbesserung der englischen Sprachkompetenz der Schüler und Schülerinnen dienen sollen?

Denn eins gilt sowohl für Lehrende und Lernende: Nur wenn Lehrer und Schüler die gleiche Muttersprache sprechen, lässt sich ein Lehrstoff am besten vermitteln und verstehen.
Jürgen Franke M.A.
Englisch statt Deutsch an staatlichen deutschen Grundschulen
Wussten Sie schon, dass an fünf staatlichen Grundschulen in Hamburg Englisch als Immersionsunterricht angeboten wird? Das heißt, von der ersten Klasse an ist die Unterrichtssprache bis auf eine Deutschstunde am Tag nur Englisch. Das Wissen in allen Fächern wird nur noch auf Englisch vermittelt. Angeblich ist die Nachfrage nach solchen „Immersionsschulen“ bei ehrgeizigen Eltern der Mittel- und Oberschicht ziemlich groß, weil sie glauben, ihren Kindern damit im späteren Beruf bessere Chancen zu verschaffen. Hier findet also über den Immersionsunterricht eine soziale Auslese der Schüler gegenüber den Kindern "bildungsferner" Familien statt. Es sei betont, es handelt sich hierbei nicht um Privatschulen, sondern um vom Steuerzahler finanzierte staatliche Schulen. Die Einrichtung von staatlichen „Immersionsschulen“ ist ein weiterer Schritt, Deutsch im Bewusstsein der Schüler und Schülerinnen als eine minderwertige Sprache erscheinen zu lassen. Deutschland ist auch in anderen Bereichen, z.B. an Universitäten oder in der Wirtschaft, auf dem besten Wege, seine Sprache abzuschaffen.
Jürgen Franke M.A.
Worte 2011
Der Mythos von der natürlichen Sprachentwicklung
Häufig wird die Übernahme von Anglizismen in die deutsche Sprache mit einem sich vollziehenden Sprachwandel durch eine natürliche Sprachentwicklung erklärt. Die Folgerung daraus ist, dass man gegen etwas, was sich „natürlich entwickelt“, nichts machen kann und auch nichts machen sollte. „Sprache lebt“ wird auch häufig als Gegenargument für die Kritik an den Gebrauch der vielen Anglizismen vorgebracht.

„Sprache lebt“ ist eine völlig unzureichende, unklare mystische Erklärung für sprachliche Veränderungen. Sprache „lebt“ nicht, der Mensch lebt und die Lebenstätigkeiten seines Gehirns, seines Geistes und seines Bewusstseins bringen Sprache hervor, verwenden und verändern sie. Nur unter diesem menschlichen Gesichtspunkt ist Sprachwandel auch als „natürlich“ zu betrachten.

Aus dem gleichen Grund sollte auch der Begriff „Entwicklung“ nicht auf den Sprachwandel angewendet werden, weil Sprache als geistiges Produkt weder mit der phylogentischen noch ontogenetischen Entwicklung eines Lebewesens oder einer von Menschen hervorgebrachten technischen Entwicklung zu vergleichen ist.

Die mystische Vorstellung vom Eigenleben und der natürlichen Entwicklung der Sprache geht noch auf die Sprachtheorie des deutschen Philosophen und Dichters Johann Gottfried Herder ( 1744 - 1803 ) zurück und ist in der Gegenwart nur noch von historischem Interesse. Herder hat nämlich die gesellschaftlichen Kategorien „ Macht, Herrschaft, Täuschung, Manipulation, Identität“ als wesentliche Faktoren einer Sprachtheorie, einer Sprachverwendung und eines Sprachwandels gar nicht thematisiert. Die in der Gegenwart zu beklagende Aufnahme von Anglizismen in die deutsche Sprache ist nämlich unter diesen gesellschaftlichen Kategorien zu reflektieren.

Anglizismen werden vor allem von der Werbung, den Medien, der Wirtschaft und der Politik für ihre Zwecke instrumentalisiert. Mehr oder weniger beabsichtigt versuchen sie, durch Anglizismen und Denglisch in ihrer Sprache bei der Bevölkerung eine Bewusstseinsveränderung der pesönlichen, gesellschaftlichen und nationalen Identität zu bewirken. Die Frage ist nur, ob wir Deutschen unser Kulturgut Deutsche Sprache so manipulieren lassen wollen? In Frankreich z. B. lehnt man jedenfalls die Anglisierung der französischen Sprache aus diesem Grund entschieden ab. Wir sollten in Deutschland diesem Beispiel folgen!
Jürgen Franke M.A.
Worte 2010
Klima-Modellstadt Bottrop
Die Stadt Bottrop hat unter mehreren Bewerbern den Zuschlag als Klima-Modellstadt des Ruhrgebietes erhalten. In Zukunft sollen rund 1,5 Mrd. Euro in das ehrgeizige Programm der Stadt Bottrop in die Sanierung von Wohnungen, in die umweltfreundliche Energieerzeugung und in den schadstoffarmen öffentlichen Verkehr fließen. Dieses erfreuliche Vorhaben wird nur leider wiedermal mit einem englischen Namen bezeichnet: InnovationCity Ruhr. Wer hat sich diese Bezeichnung nur wieder ausgedacht? Hier bläht man sich wieder mit einem dummdeutschen Anglizismus auf. Bottroper Bürger sollen doch hinter dem an sich lobenswerten Umweltweltprojekt stehen! Ob die bodenständige Bottroper Bevölkerung sich wohl mit dem englischen Ausdruck „InnovationCity Ruhr“ identifizieren kann? Wahrscheinlich nicht!
Jürgen Franke M.A.
Worte 2010
Deutsch als Schlüssel zur Integration
Es ist sicherlich richtig, ausreichende Kenntnisse in der deutschen Sprache als Schlüssel und notwendige Voraussetzung für eine zu gelingende Integration von Migranten anzusehen.
Aber es muss auch die „Gretchen-Frage“ an uns Deutsche gestellt werden:
Wie halten wir es selbst mit unserer Sprache?
Können wir glaubwürdig die Forderung vertreten, unsere Zuwanderer sollen ein Deutsch lernen, dem wir selbst keine Wertschätzung mehr entgegenbringen, weil wir unsere Mutter- und Landessprache mit Anglizismen und Denglisch verschandeln? Sollte sich der Trend zur Verwendung englischer Wörter in der deutschen Sprache fortsetzen, könnten unsere Zuwanderer doch lieber gleich Englisch statt Deutsch lernen!
Oder?
Jürgen Franke M.A.
Worte 2010
Sprachliche Unterwürfigkeit beim „Eurovision Song Contest“
Den deutschen nationalen Vorentscheid für den „Eurovision Song Contest“ in Oslo gewann die 18-Jährige Lena Meyer-Landrut aus Hannover. Sie wird ihren Siegertitel „Satellite“ im Finale in englischer Sprache vortragen. Komponiert wurde der deutsche Beitrag von dem Dänen John Gordon und der Amerikanerin Julie Frost. Offenbar glaubt die ARD-Pro-Sieben-Produktion und die deutsche Jury, dass ein auf Deutsch gesungener Beitrag keine Siegerchancen hat. Es wird sich zeigen, ob diese sprachliche Unterwürfigkeit des deutschen Beitrags gegenüber der englischen Sprache beim „Eurovision Song Contest“ von der Jury honoriert wird oder mehr oder weniger bewusst als das empfunden wird, was es ist: Minderwertigkeitgefühl der Deutschen bezüglich ihrer Muttersprache.
Jürgen Franke M.A.
Worte 2010
Muss ein EU-Kommissar in der englischen Sprache „fluent“ sein?
Günther Oettinger, neuer deutscher EU-Kommissar, ließ mehrfach in der Öffentlichkeit verlauten, dass Englisch Arbeitsprache in jedem Beruf sein soll. Deswegen müsse jeder Englisch verstehen und sprechen können.
Aber wie sieht es denn bei Günther Oettinger mit seiner englischen Arbeitssprache als EU-Kommissar aus?
Der General-Anzeiger Bonn vom 28. Januar 2010 schreibt:
„Mit einer Rede in holperigem Englisch ist Günther Oettinger im Internet zu zweifelhaftem Ruhm gekommen. Aber wie „fluent“ muss ein deutscher EU-Kommissar eigentlich die Weltsprache beherrschen?
In seinem Lebenslauf gibt der 56-Jährige seine Englischkenntnisse mit „gut“ an. Aber zwei derzeit im Internet kursierende Videos lassen einige Beobachter zumindest an seiner Aussprache zweifeln. Durch Aussagen wie: „We cannot allow that erverybody does as he pleases“ ( „Wir können uns nicht erlauben, dass jeder sich so verhält, wie es ihm gefällt.“) mit starkem deutsch-schwäbischem Akzent zieht Oettinger zunehmend Lacher auf sich.“
Wäre es nicht für den deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger und für das Ansehen Deutschlands besser, er spräche Deutsch, eine der drei Amtssprachen der EU?
So gelesen und gehört von Jürgen Franke M.A.
Worte 2009
Guten Morgen!
Über die Herkunft des Begriffs „Handy“ berichtet die Mitarbeiterzeitschrift der Diakonie in Südwestfalen, „Infosion“, in ihrer Sommerausgsabe. Aus dem Englischen, das steht fest, kommt diese Bezeichnung nicht - dort heißt das handliche Telefon schlicht „mobile phone“. „Handy“ bedeutet demnach übersetzt „handlich, griffbereit“. Auch in den USA gibt es keine Handys, zumindest nicht im hier geschiderten Zusammenhang - die Amis sagen einfach „cell(ular ) phone“. Also, wieso das Mobiltelefon in Deutschland „Handy“ heißt, ist nicht richtig zu klären.
Nicht belegt ist laut „Infosion“ die Interpretation, das Wort Handy stamme aus dem Schwäbischen. Ein Bewohner dieser sympathischen Region habe beim ersten Anblick eines Mobiltelefons spontan gefragt: „Henn die koi Kabel?“
Morgenglosse von Wolfgang Thomas, WR Siegener Rundschau vom 16. 07. 2009
Worte 2009
Kennen Sie den...?
Ein Mann kommt in eine Tierhandlung und möchte einen Papagei kaufen.
„Was kostet der Blaue da?“
„1000 Euro!“, sagt der Verkäufer.
„Und was kann der?“
„Der spricht perfekt deutsch!“
„Und was kostet der Rote dort auf der Stange?“
„2000 Euro!“
Der Mann schluckt und fragt: „Und was kann der?“
„Er spricht perfekt deutsch und englisch!“
Der Kunde sieht sich weiter in der Tierhandlung um und entdeckt noch in einer Ecke einen grauen Papagei in einem Käfig sitzend.
„Sagen Sie mal, was kostet denn der Papagei?“
„Den können sie für 10 Euro haben!“
„Wie kommt es, das der so billig ist?“
„Ja,dieser Papagei hat leider einen Sprachfehler - er spricht nur denglisch!“
So ähnlich gelesen von Jürgen Franke M.A.
Worte 2008
Neues Zentrum für Erforschung von Medikamenten in Dortmund
Mit der Gründung einer neuen Gesellschaft als Bindeglied zwischen Forschung und Industrie ist Dortmund gestern als Pharma-Standort gestärkt worden. Forschungsminister Andreas Pinkwart eröffnete feierlich das mit 20 Millionen Euro ausgestattete „Lead Discovery Center“, einer Tochter der Max-Planck-Gesellschaft. Nicht erst seit gestern wird am Max-Planck-Instistut, dem Biomedizinzentrum und der Technischen Universität in Dortmund an den Grundlagen neuer Medikamente geforscht... ( Westfälische Rundschau vom 19. 11. 2008 )

Sehr lobenswert - aber muss eine Tochter der renommierten und international bekannten Max-Planck-Gesellschaft unbedingt einen englischen Namen bekommen? Außerdem kann ich mir unter dem Namen absolut nichts vorstellen, obwohl ich Fremdsprachenkorrespondentin bin und 10 Jahre im Vertrieb wissenschaftlicher Großgeräte gearbeitet habe. Soll hier etwa Blei ( engl.: lead ) erforscht werden oder welche Leitung ( engl.: lead ) oder welches Kabel ( engl.: lead ) soll entdeckt werden? Mal wieder eine sprachliche Glanzleistung, die unser Ansehen in englischsprachlichen Ländern erhöht.
Gisela Wojciechowski
Worte 2008
Sprachsünden kosten bis zu 5000 Euro
Bratislava.(dpa) Die Slowakei will die Reinheit ihrer Sprache mit drastischen Mitteln schützen. Bis zu 5000 Euro sollen künftig Sprachsündern drohen, die gegen die Regeln ihrer Muttersprache verstoßen. Das Kultusministerium begründet seinen Gesetzesvorschlag mit dem „Verfall der Sprachkultur“ in den Medien und in der Öffentlichkeit. Unter anderem würden viel zu häufig auch dann Fremdwörter verwendet, wenn es ein entsprechendes slowakisches Wort gebe. Dass sowohl Medien als auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens schlampig mit der - komplizierten - Grammatik der Staatsprache umgingen, hat auch Ministerpräsident Robert Fico beklagt. (Westfälische Rundschau vom 19. 11. 2008 )

Bei so einer drastischen Maßnahme würden bei uns in Deutschland einige arm!
Gisela Wojciechowski
Worte 2008
Werbespruch für Nordrein-Westfalen
Die NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thorben hat sich nun für einen Werbespruch für ihr Bundesland entschieden:
„WE LOVE THE NEW - leading region in europe - North Rhine Westfphalia“.
„Herzlichen Glückwunsch“ Frau Thorben zu diesem Werbespruch, den Sie nun endlich auserkoren haben! Glauben Sie wirklich, dass das Ausland diese sprachliche Unterwerfung mit mehr Aufträgen für die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen honoriert?
Jürgen Franke M.A.
Worte 2007
Opel-Magazin
Hier das Inhaltsverzeichnis des Opel-Magazins im September 2007:
THE MAGAZIN FOR OPEL DRIVERS AND FRIENDS ( auf der Titelseite ) - The new Agila Feeling - Tech Talk - Dinner in the sky - Opel Race Camp - Close Fit - Opel Shop - Look & Feel - What's up - Kids & Co - Back in Time - Me and my Car - CRUISE & ENJOY ( Die Groß- und Kleinschreibung im Engischen bleibt dabei Opels Geheimnis! ) Frage: Wird das Opel-Magazin für deutsch- oder englischsprachige Leser und Kunden herausgegeben?
So gelesen von Jürgen Franke, M.A.
Worte 2007
Hart aber fair
Als in der Fernsehsendung „Hart aber fair“ vom 19. 09. 2007 ein Gast durch den Gebrauch von Anglizismen und Fremdwörtern glänzen wollte, unterbrach ihn der Gesprächsleiter Frank Plasberg mit den Worten: „Hatten sie eigentlich kein Deutsch in der Schule?“
mitgeteilt von Rudolf Rodewald
Worte 2007
Zitat
Der Bundestag wird weiterhin Verträge und andere relevante europäische Dokumente behandeln, wenn die für ihre Bewertung notwendigen Texte in deutscher Sprache vorliegen.
Norbert Lammert, Bundestagspräsident (CDU). Quelle: Westfälische Rundschau, 03. Mai. 2007
Worte 2007
Zitat
Verwendet richtiges Deutsch, benutzt die deutsche Sprache, verzichtet auf Denglisch!
Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident von Nordrhein- Westfalen.
Worte 2006
Merry X-mas
Auch in der Adventszeit beschert man uns weihnachtliche Anglizismen. Statt uns ein Frohes Weihnachtsfest zu wünschen, hören und lesen wir jetzt immer häufiger ein Merry Christmas oder gar ein Merry X-mas.
Fragen wir provokant nach, was X-mas bedeutet, so erhalten wir in der Regel nur ein bedauerliches Achselzucken zur Antwort. Das X scheint nicht nur für eine unbekannte Größe in einer mathematischen Gleichung zu stehen, sondern auch für viele eine Unbekannte im Ausdruck X-mas zu sein.
Geben wir X-mas als Suchbegriff auf der Weltnetzseite unseres Rechners ein, so erscheint unter anderem wohl folgende Erklärung am plausibelsten:
Das X in X-mas ist sprachhistorisch aus der griechischen Buchstabenfolge XP, eine Abkürzung für Christ oder Christus, entnommen. Das angelsächsische Mas bedeutet Fest, Feier. X-mas ist also mit Christfest zu übersetzen.
Auch wenn wir nun wissen, was das X in X-mas bedeutet, so sollten wir uns doch als Streiter für die Pflege der deutschen Sprache überall gegen den Gebrauch von Merry X-mas wenden. Wünschen wir uns lieber weiterhin ein Frohes Weihnachtsfest.
Ich hoffe, dass uns die Werbung und die Medien von neuen Kombinationen weihnachtlicher X-Anglizismen verschont, z. B. X-mas-time (Weihnachtszeit), X-mas-tree (Weihnachtsbaum), X-mas-card (Weihnachtskarte) oder X-mas-shopping (Weihnachtseinkauf).
Jürgen Franke, M.A., 2006
Worte 2006
Gesundheitsmesse
Vom 3. bis 5. November 2006 fand die Gesundheitsmesse Essen statt. Ihr Name: Body & Health. Leider gab es dort keinen Messestand zur Behandlung der Anglomanie.
Jürgen Franke M.A., 2006
Worte 2006
Public Viewing
Die Fußball-WM hat ein neues Unwort geboren: Public Viewing Wer Ticketing liebt (oder Ticketang? Ticketong?) braucht sich über Public Viewing nicht zu wundern.
Dabei könnte man das doch so leicht mit Bestaunen, Begaffen ausdrücken...
Wolfram Martin, 2006
Worte 2006
Vertikales Spiel
Die Fußballersprache ist schon eine eigene. Mal kommt sie militärisch daher: Abwehr, Angriff, Verteidigung, Abwehschlacht und so weiter.
Dann wieder scheint sie sich in ihrem eigenen Jargon zu verfangen: Blutgrätsche, Stockfehler, Dribbelkünstler…
Oder aber sie kommt sportlich-fachlich daher: Abseits, Flanke, Bogenlampe, Steilpaß, Kurzpaß, "…das Spiel dauert 90 Minuten…"
Im Spiel Luxemburg gegen unsere Nationalmannschaft - die ja bald schon Aldi-Mannschaft oder Deutsche-Bahn-Truppe heißen könnte, denn die Bundesliga wird ja auch an die Telekom verkauft, aber das ist ein anderes Thema - als im besagten Spiel sagte der Kommentator: "Sie müßte mehr vertikal, und nicht so in die Breite spielen." Nach vorne und hinten, in die Breite und in die Tiefe des Raumes, also das sagt uns was. Doch was ist ein vertikales Fußballspiel? Nach oben? Nach unten?
Sollen sich unsere Poldis und Schweinis wie die Maulwürfe nach unten durchgraben, oder sollen die Metzelders und Mertesackers nur noch in den Himmel ballackern? Wir wissen es nicht, meinen aber, mit vertikaler Spielweise werden wir noch Weltmeister.

Wolfram Martin, 2006
Worte 2006
WM-Steilvorlagen und Flachpässe
15.5.2006 in der ARD: Seichtplauderer und Fußballkommentator Beckmann zu Torhüter Jens Lehmann: "Wie halten Sie den Druck weg von sich?"
Gelbe Karte, Herr Beckmann!
Wolfram Martin, 2006

Worte 2006
Palindrome
Noch mehr Palindrome...
Guten Tag, Herr Martin,
zu diesem Thema (Palindrome heißt wörtlich "Wiederläufer") gibt's sogar ein Buch mit Palindrom-Gedichten: Herbert Pfeiffer "Oh Cello voll Echo", Insel-Verlag, 1993, ISBN 3-458-16235-6. Daraus stammen die folgenden Palindrome: Retter, Romanamor, Legeregel, Sarggras, Leitstiel, Nileselin, Reitstier, Reuefeuer, Lebensnebel, Retsinakanister, Maetressenhuhnesserteam, Geistsieg, Geist mimt Sieg, Namen nenne man, Salomo las, rase ach Caesar, Nero hetzte Horen, neben uns nun eben, neben Eden eben, 's nutzt uns, ein Knie, an Irina, nur du Gudrun, nur die Heidrun, iss Ossi, amore belebe Roma, erdnah andre, Löss und Nussöl, Gold log, das i von Novi Sad. Das längste Palindromgedicht geht über 1 1/2 Seiten. Interessant ist, dass sich das Deutsche sehr gut für Palindrome eignet, während es im Französischen fast keine gibt; mir ist nur "élu par cette crapule" bekannt.
Mit freundlichen Grüßen
Volker Morstadt, 79104 Freiburg


Otto und Anna
Ein Palindrom ist ein Wort, eine Wortfolge oder gar ein Satz, die vorwärts wie rückwärts gelesen einen - oft den gleichen - Sinn ergeben.
Anna kennt jeder; Otto auch. NebeL heißt von hinten Leben. Rentner ist auch ein schönes Palindrom, genau wie Reittier. Am besten gefällt mir aber immer noch das Lagerregal.
Als Schüler haben wir immer nach dem längsten Palindrom gesucht, allerdings wußte ich damals noch gar nicht, was ein Palindrom ist. Ich war sprachlich sozusagen noch unaufgeklärt.
Vielleicht fällt Ihnen ja noch ein schönes Palindrom ein. Dann melden Sie sich bitte...
Unser Mitglied Jürgen Franke M.A. hat uns einen schönen - da langen - Palindromsatz geschickt:
EIN NEGER MIT GAZELLE ZAGT IM REGEN NIE.

Wolfram Martin, 2006

Worte 2006
Wortpatenschaften...
"Bedrohte Wörter"
Der Verein Deutsche Sprache (VDS) hat auf der Leipziger Buchmesse seine neue Aktion "Wortpatenschaften" vorgestellt.
Bei dieser Aktion kann der Pate für vom Aussterben bedrohte oder falsch verwendete Wörter für fünf Euro die Patenschaft übernehmen. Jedes Wort, also jede Patenschaft wird nur einmal vergeben. Für Iris Berben ist "Silberhochzeit", für Ulrich Wickert "Freiheit" ein persönliches Patenschaftswort.
Der Erlös der Aktion kommt dem Verein Deutsche Sprache zugute.
Mehr Information unter: www.wortpatenschaft.de

Wolfram Martin, 2006

Worte 2005
Die Wortsparer
Der liebe Gott gab uns die Sprache, damit wir miteinander reden…
Es gibt Leute, die gehen sparsam mit dem Wort um, ohne daß man sie Schweiger nennen dürfte. Sie sagen wenig, doch wenn sie etwas sagen, dann hat das meistens Gehalt, dann ist man manchmal geradezu erschrocken, daß sie tatsächlich etwas sagen können. So ein Selten-Redner, so ein Nur-von-Zeit-zu-Zeit-etwas-Sager, so ein Mensch steht bei uns ganz hoch im Kurs. Denn seine Worte haben in der Regel Gewicht. Gewichtige Worte sind uns lieber als Flatterworte, die der leiseste Wind zerstäubt. Aber diese sparsamen Redner meinen wir eigentlich gar nicht. Obwohl es die echten Wort-Ansparer sind, denn sie sammeln - langsam - Worte an, um sie dann gezielt von sich zu geben.
Die anderen, mit denen wir uns jetzt beschäftigen wollen, die sparen so, wie es unser Finanzminister meint, deshalb müßten die Wortsparer eigentlich auch Wort-Einsparer genannt werden. Aber weil das so nach Einspeiser klingt, bleiben wir beim Wortsparer.
Diese Spezies des knappen, abgehackten Wortes oder kurzen (Halb-)Satzes hat ihr Idol in der Person des Franz Müntefering gefunden, der von sich selbst behauptet, daß er nur kurze Sätze könne. Kurz ist seine Devise. Alles hat kurz zu sein. Vielleicht verkürzt sich ja sogar bei ihm die normale Legislaturperiode von vier Jahren auf...na, lassen wir das.
Kurz also. Wir gehen in einen deutschen Laden (heute heißt er Super-Markt, obwohl nicht alles super ist, wie wir noch sehen werden) und grüßen freundlich mit "Guten Morgen". "Morgähn" - wäre schon zu lang als Erwiderung, deshalb häufig nur ein "Moin" oder nur ein Kopfnicken.
Wir fragen eine Einräumperson (früher: Verkäuferin) nach einer Zahnpasta, weil wir diese in dem Durcheinander nicht finden können. "Keine Ahnung!" - macht sie es sehr kurz, als ob zwei Worte mehr Geld kosten.
Wir gehen zur Deutschen Bank (es könnte auch die Postbank oder jede andere Bank sein) und reihen uns ein in eine Schlange vor einem einzigen Schalter, obwohl fünf da aber nur einer geöffnet ist. Als wir dran sind und durch die Scheibe guten Tag wünschen, sowie unseren Wunsch äußern - wir möchten Geld vom Sparbuch abheben -, trifft uns nur bänkisches Schweigen. Anscheinend die kürzeste Form des Verstehens. Dann, noch ganz fasziniert vom schnellen Zählen der offenkundigen Geldzählfachfrau, so daß wir gar nichts mitkommen oder gar kontrollieren können, springt uns ein "Hier-Unterschreiben" so soldatisch an, daß wir unwillkürlich zusammenzucken und an Krieg und UvD denken. Der UvauDee ist der "Unteroffizier vom Dienst", und er hat so kurze Befehle und Sätze von sich gegeben, daß er nur mit brüllender Lautstärke kompensieren konnte, sonst hätte ihn kaum einer verstanden, geschweige denn wahrgenommen.
Wir gehen in ein "Geiz-ist-geil-Geschäft" und wollen uns "computermäßig" beraten lassen, da wir in absehbarer Zeit einen neuen PC kaufen möchten. "Beratung?" faucht uns der geizige oder geile Geiz-ist-geil-Erfinder dieses Ladens an: "Beratung? Opa, da mußt Du Dich im Internet - Hahahaha - schlau machen. Wir verkaufen nur. Und das auch nur im Karton. Verstanden?!" Wortgeiz finden wir gar nicht geil.
Wir müssen uns überwinden, in ein "Ich-bin-doch-nicht-blöd-Geschäft" zu gehen, denn dieses, genau wie oben genanntes "Geiz-ist-geil-Geschäft", stößt uns ob der aggressiven und vulgären Werbung ab, doch schließlich treten wir ein. Hier müssen wir nicht grüßen - weil niemand da ist; hier müssen wir nicht fragen - weil niemand um eine Antwort wirbt; hier müssen wir nichts sagen - weil niemand etwas sagt. Schweigend und suchend schleichen die Kunden wortlos durch die Gänge. Als wir plötzlich lauthals loslachen, weil uns diese unwirkliche Atmosphäre dazu reizt, schauen uns alle "Ich-bin-doch-nicht-blöd-Fans" sprachlos, entgeistert und entsetzt an, als hätten wir auf der Intensivstation ein zu lautes Wort gesagt. Sind wir jetzt blöd?
Gestern erreichte uns ein Brief. Ein Verehrer fand einen Zeitungsartikel im Feuilleton dermaßen interessant, daß er uns einen vier Seiten langen Brief geschrieben und uns in ihm allerhand erzählt hat. Handgeschrieben, wohlgemerkt. Handgeschrieben! - wo gibt es das heute denn noch? Das war kein Wortsparer. Und damit allein offenbart er sich als "aussterbende Spezies", als Dinosaurier des Wortes. Zwischen ihm und der "simsenden" Handy-Generation liegen Lichtjahre!
Eine "Nachricht mittels short-message-services" ist eine SMS und damit schon gekürzt. Doch dieses in "Simsen" einzukürzen, übersteigt fast schon die kreative Phantasie eines normalen Mitteleuropäers. Und was auf diesem "Service" alles daherkommt, ist an Kürze kaum noch zu überbieten. Müßte man es aussprechen, wären es nur Urlaute. Es wächst eine Generation heran, die sich nur noch mit Kürzeln und Abkürzungen verständigt. Ups...; Hi...; 4you...; mxmas - soll heißen: fröhliche Weihnachten.
Wahrscheinlich wird mit der nächsten Kultusministerkonferenz der Halbsatz ohnehin abgeschafft. Nur noch kurz: Subjekt - Prädikat - Objekt! Ist ja ganz einfach heute: Die PC-Rechtschreibprogramme machen nach jedem Subjekt - Prädikat - Objekt einfach einen Punkt. Punkt!
Daß Wortsparerei und Dialoge nur mittels SMS-Kürzeln zur geistigen Verarmung und sprachlichen Verödung führen (wir vermeiden ausdrücklich den Begriff Verblödung), zeigt uns ein Fernsehquiz mit Prominenten. Prominente schauen wir uns immer gerne an, denn von ihnen können wir etwas lernen, und wenn es das ist, wie man prominent wird. Also, das war die (mündliche) Frage: Wie schreibt man Koryphäe? Wir hatten zuerst den Eindruck, daß die meisten, die ja eine sein wollten, selbst nicht wußten, was das ist. Und dann schrieben sie: Corryfähe, Corrifähe, Cornifähre und so weiter. Da wir in unserer Bescheidenheit und selbstgewollten Un-Prominenz uns auch gegenüber Prominenten um Groß- und Edelmut bemühen sei hier verraten, daß es sich bei der Corri- oder Corryfähe NICHT um einen weiblichen Fuchs (Fähe, jägersprachlich) namens Corri oder Corry, und es sich bei der Cornifähre weder um ein Fährschiff noch um einen zapfentragenden Nadelbaum der Gattung Konifere handelt, sondern daß die Koryphäe (griech.) eine bedeutende Persönlichkeit oder einen hervorragenden Gelehrten darstellt.
Wolfram Martin, 2005

Worte 2004
Sprechen Sie Denglish?
Filme kauft man heut im foto point,
Haschisch rauchen nennt man joint;
Rabatt bekommt man als pay back,
den Rucksack trägt man heut als bag;
ein verdeckter Ermittler heißt undercover,
der Liebhaber ist ab nun der lover;
sein Auto bringt man heut zum check,
der Sänger singt schon längst playback;
reine Haut erhält man durch ein peeling,
dadurch bekommt man gutes feeling;
das Ereignis ist ein event,
die Mode folgt nun jedem trend;
wo man reingeht heißt es enter,
die Innenstadt ist schon ein center;
Schlußverkauf nennt man jetzt sale,
die E-Post kommt zu uns als mail;
Nachrichten bringt man uns als news,
wer Schuhe will, bestellt die shoes;
früher Landgendarm, modern als cop,
überwacht den Einkauf in einem shop;
alles in Ordnung heißt all right,
jeder höhere Punkt gilt schon als highlight;
jede Arbeit ist ein job,
die Dame kauft sich einen top;
seine Kleidung nennt man outfit,
und Scheiße heißt heut feiner shit;
man fährt zum Einkauf in die city,
hübsch bei Mädchen nennt man pretty;
die Farbe rosa heißt jetzt pink,
und ein Getränk wird gleich zum drink;
der Torwart ist im Spiel der keeper,
was billiger, das ist auch cheaper;
doch merke:
wer nur Denglish spricht, ist ein fool,
nur unter seinesgleichen gilt er cool.
Jürgen Franke M.A.